Benedict Wells:
Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Mit sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayrische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Jobs. Sein vielbeachtetes Debüt “Becks letzter Sommer” erschien 2008 und wurde mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. “Spinner” ist sein erster Roman. Diesen schrieb er mit neunzehn.
Veröffentlichungen:
Becks letzter Sommer (2008)
Spinner (2009)
Autorenhomepage:

War das Schreiben schon immer ein Traum von Dir?
Mit acht Jahren schrieb ich ein “A-Team”-Buch, passend zur Serie. Offenbar träumte ich schon da vom Schreiben. Später dann, als ich Irving und Hornby las, war mir klar, dass ich wirklich nichts anderes machen möchte.
Wie bist Du auf die Idee zu „Spinner“ gekommen?
Komischerweise hatte ich eine sehr komplexe Ausgangsidee. Ich wollte eine Woche im Leben eines Drehbuchautoren schildern, der am Ende dieser sieben Tage ein Treatment abgeben muss. Dieses Treatment verändert sich dann durch die absurden Dinge, die ihm im Laufe der Woche passieren. Das war die Grundidee. Daneben wollte ich etwas Authentisches schreiben, über das Loch, in das man nach der Schulzeit fällt, über diese Phase, wo die meisten ihre Träume begraben und einfach nur irgendwas Sicheres studieren. Diese beiden Grundideen haben sich dann zu einer Geschichte vermischt.
Wie viel „Benedict Wells“ steckt in Deinen Büchern? Beschreibst Du teilweise Situationen, die Du selber erlebt hast? Oder tauchen Personen auf, die Du kennst?
Ich würde niemals Personen eins zu eins einbauen, auch mich selbst nicht. Ich beschreibe aber immer mal wieder vereinzelte Gefühle, die ich beobachte, wenn etwa ein befreundeter Lehrer über sein Leben an der Schule lächelt, aber in diesem Lächeln eine gewisse Bitterkeit steckt; so etwas inspiriert mich dann zum Schreiben.
Gibt es eine Person aus Deinen Büchern, die Dir besonders am Herzen liegt?
Rauli. Und die Hauptfigur des dritten Romans.
Deine Bücher vermitteln den Eindruck, dass Du für dein junges Alter bereits sehr viel Lebenserfahrung hast? Stimmt das, oder sind die Vermutungen falsch?
Schwer zu sagen. Ich hatte eben kein glattes Leben. Ich kam mit sechs Jahren auf ein waisenhaushaftes Grundschulinternat, in diesem Stil ging es dann weiter. Wenn es dagegen immer nur toll läuft, gibt es keinen Grund, groß über die Dinge nachzudenken.
Du schreibst bereits an einem weiteren Buch. Kannst Du uns erzählen, worum es diesmal gehen wird?
Es wird “Fast genial” heißen und in Amerika spielen. Es geht um die wahre Geschichte der Samenbank der Genies, und um einen 17jährigen Trailerpark-Jungen, der erfährt, dass er ein Retortenkind ist und einen genialen Spender als Vater hat. Er selbst dagegen ist ein Verlierer und schlecht in der Schule. Also macht er sich auf, seinen richtigen Vater zu suchen um die Frage zu klären, wie dieser ein Genie sein kann, während er selbst ein totaler Loser wurde.
Gibt es bestimmte Plätze, an denen Du am liebsten schreibst?
Nein.
Du hältst wunderbare Lesungen, bei denen Du die Leute sehr gut unterhältst. Gab es bei diesen Lesungen bestimmte Situationen, die Dir besonders positiv oder negativ in Erinnerung geblieben sind?
Vielen Dank. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir immer die Lesungen bei 1-Live Klubbing in Köln, weil ich da meistens besoffen war – und weil es immer sehr viel Spaß machte. Die Lesungen damals auf der Buchmesse waren auch alle sehr spannend und einprägsam. Und natürlich meine Heim-Lesungen beim Lehmkuhl in München, wo dann alle Freunde kommen.
Liest Du privat auch viel? Wenn ja, welches Genre liest Du am liebsten? Kannst Du Dich auf einen Lieblingsautor und ein Lieblingsbuch festlegen?
Ich lese privat nicht wahnsinnig viel, versuche aber, vielfältig zu lesen. Hier ein Nabokov, da ein Auster, da ein Safran Foer oder ein Stendhal, usw. Meine Lieblingsautoren sind neben Irving und Hornby noch Wolf Haas, Joey Goebel und vor allem Kazuo Ishiguro, der für mich momentan über allen thront.
Bitte vervollständige den folgenden Satz: Schreiben ist für mich…
‘Ne ganze Menge!
Vielen, vielen Dank für dieses tolle Interview, lieber Benedict. Danke, dass Du Dir die Zeit genommen und die Mühe gemacht hast. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem neuen Roman und freue mich schon sehr darauf.
© TheDianaBooks





Ein tolles Interview, Diana! Vielleicht sollte ich mir Benedicts Bücher doch mal genauer ansehen…
Liebe Grüße + weiter so!
Nina
PS: Sobald ich mein neues Regal habe, gibt’s auch mal ein Foto.
Danke.
Ich kann dir seine Bücher nur empfehlen.
Und ich freue mich dein Regal zu sehen.
LG
Ein sehr schönes Interview mit einem sehr interssanten jungen Autor. Schaue mir deine Seite immer wieder gerne an.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.
Claudia
Ich lese Interviews ja sehr gerne. Die Bücher dieses Autors kenne ich aber noch nicht.